KW33/2023 – Köln: Dom und Bahnhof gehören doch zusammen!

Guido KorffBild der Woche

Man kann Köln nachsagen, was man will, aber in einer Sache ist die Stadt bisher konsequent geblieben: Der Hauptbahnhof und der Dom stehen seit über 150 Jahren – genauer: seit 1859 – nahe nebeneinander. Dem Symbol kirchlichen Machtanspruchs wurde also ein “Statement” bürgerlichen Gestaltungswillens an die Seite gestellt. Köln als einst mächtiges Mitglied der Hanse und eine der bedeutendsten deutschen Städte des Mittelalters wollte damit seine zentrale Position im deutschen und europäischen Handel auch im Zeitalter der Eisenbahn verteidigen.

KW13/2023 – Neviges: Ein UFO? Wir haben Kontakt!

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1938 kam es in Neviges zur Sichtung eines UFOs (Unbekanntes Fahrendes Objekt). Als Beweis mag das hier gezeigte Foto dienen, das natürlich qualitativ auch nicht besser ist als die diversen Aufnahmen von “Nessie” und anderen wundersamen Kreaturen und ihren Fortbewegungsmitteln. Es soll ja auch alles schön im Unklaren verbleiben!

KW10/2023 – Bratislava: Österreichisch-ungarischer Grenzverkehr

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Vor rund 150 Jahren gab es schon einmal einen Staatenverbund in Europa, der viele Völker und Sprachen unter seinem Dach vereinte. Die Rede ist von der Österreichisch-Ungarischen Doppel-Monarchie, oft auch “k. u. k.” genannt. Der ungarische Reichsteil, für den das zweite “k.” wie “königlich” steht, genoss darin gewisse Freiheiten. Während die tschechische Republik als Böhmen zu Österreich zählte, gehörte die heutige Slowakei lange Zeit zum ungarischen Reichsteil. Natürlich waren beide Teile eng verknüpft, aber eine gewisse Differenzierung musste doch sein.

KW09/2023 – Dresden: Hausmannskost auf Rädern

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Wer im – sehr sehenswerten – Dresdner Straßenbahnmuseum Trachenberge auch die Räume abseits der Fahrzeugausstellung besucht, wird auf diese Küche stoßen. Sie stammt aus einer Zeit, als es noch keine Schnellimbisse an jeder Ecke und keinen “Coffee-to-go” gab.

KW08/2023 – Takaoka: Eine Tram für Katzenfans

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Süsse Katzenvideos sind der Hit in den sog. “Social Media”. Besonders verrückt danach sind die Japaner, die Katzen – oder katzenähnliche Kreaturen – besonders lieben. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn bei Doraemon, dem die hier abgebildete Tram gewidmet ist, handelt es sich um einen Roboter aus dem 22. Jahrhundert, der zur Tarnung wie eine Katze aussieht und in die Gegenwart geschickt wurde, um einen kleinen Jungen zu beschützen. Die Manga-Serie und die zugehörige Anime-Umsetzung sind im Land seit ihrer Veröffentlichung zu Beginn der 70er Jahre immer noch sehr beliebt.

KW26/2022 – Königswinter: Finden Sie die 5 Unterschiede !

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Sie kennen das beliebte Bilderrätsel in Ihrer Illustrierten: Zwei scheinbar identische Bilder weichen in einigen Details voneinander ab. Als Leser sollen Sie dann die Unterschiede finden und markieren.

In unserem Bild der Woche haben wir diese Anordnung etwas verändert: Die Fronten des ältesten Triebwagens der Drachenfelsbahn (Tw 2 / rechts) und seines jüngsten Schwesterfahrzeugs (Tw 6 / links) stehen sich gegenüber. Erst auf den zweiten Blick erkennt man einige Abweichungen. Finden Sie sie auch?

KW25/2022 – Chemnitz & Karlsruhe: Eine “Liaison” auf Zeit

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Das farbenfreudige Pärchen auf unserem “Bild der Woche” hat nur eine kurze Zeit miteinander verbracht und eine noch kürzere Zeitspanne in enger Verbindung. Dafür gab es aber einen durchaus handfesten und besonderen Grund.

Der Transport eines neuen Straßenbahn-Triebwagens vom Herstellerwerk zum Betreiber erfolgt in der heutigen Zeit im Regelfall per Lkw-Tieflader. Trotz der Schwierigkeiten wie enge Kurven, zu niedrige Brücken etc. ist dies meist nicht nur der schnellere, sondern oft auch der kostengünstigere Weg, ein Straßenbahnfahrzeug in seine neue Heimatstadt zu überführen.

KW24/2022 – Laon: “Zacke” auf Französisch

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Das kleine Städtchen Laon liegt in Nordfrankreich. Die mittelalterliche Siedlung mit ihrer berühmten Kathedrale erstreckt sich auf einem Bergrücken, der rund 100 Meter aus der Ebene emporragt. Als ab 1857 an dessen Fuß die Eisenbahnlinie nach Paris entstand, kam der Wunsch auf, statt des bisherigen, mühsamen Treppenwegs eine komfortablere Transportmöglichkeit zu errichten. Dessen Erfüllung dauerte aber noch bis zum 09. Juli 1899. An diesem Tag nahm die neue elektrische Zahnradbahn (Abt’sche Zahnstange mit zwei Lamellen) ihren Betrieb auf.

In einem weiten Bogen klettert das Gleis vom Bahnhof hinauf zum Marktplatz in der historischen Altstadt. Auf ihrer Länge von 1.480 m durchfährt die Bahn u. a. ein Haus, passiert einen Viadukt mit sechs Bögen (hier im Bild) und unterquert eine Straße in einem 50 m langen Tunnel.

Insgesamt vier Triebwagen – Beiwagen gab es keine – versahen bis zum Ende ihren Dienst. Nach einer längeren Unterbrechung als Folge des Ersten Weltkriegs wurden die Wagen zur Wiederaufnahme des Betriebs leicht modernisiert; u. a. wurden die Führerstände verglast. Ein Triebwagen erhielt kurz vor Schluss sogar noch einen fast “futuristischen” Wagenkasten, aber auch das hat nicht verhindern können, dass die Bahn 1971 wegen angeblich mangelnder Sicherheit stillgelegt wurde. Immerhin sind alle vier Wagen noch vorhanden – von einem aber nur noch das Untergestell.

Die Standseilbahn POMA 2000, die 1989 auf der gleichen Trasse errichtet wurde, ist auch schon wieder Geschichte; sie wurde 2016 nach einem Betreiberwechsel kurzerhand eingestellt.

Im Ersten Weltkrieg war Laon vier Jahre lang lokales Hauptquartier der deutschen Besatzungstruppen. Aus dieser Zeit kann man noch viele deutsch beschriftete Ansichtskarten im einschlägigen (Online-)Handel antreffen. Wichtigstes Motiv war der Viadukt mit Blick hinaus zur Kathedrale. Leider sprengten die Soldaten bei ihrem Abzug alle Bögen des Viadukts und legten die Bahn damit für längere Zeit lahm.

Wir schauen in die Gegenrichtung und sehen links das Monument, das zum Gedenken an die Kriegsopfer 1926 eingeweiht wurde. Die 17 m hohe Säule zeigt die Kriegsgöttin Minerva in einer Verteidigungsposition, die aussagt: Der Krieg ist vorbei, ich werde keinen neuen beginnen, aber ich bin wachsam”. Schon 14 Jahre später waren wieder deutsche Soldaten in Laon…

(Ein ausführlicherer Beitrag mit weiteren Bildern findet sich in Haltestelle 132.)

-gk- / Foto: Verlag CIM (Sammlung –gk-)