KW 21/2017 – Das Zürcher “Cargo-Tram”

Guido KorffBild der Woche

Eine Güterstraßenbahn gibt es aktuell nicht nur in Dresden, sondern auch in Zürich. Bei der transportierten Ladung handelt es sich jedoch um Sperrmüll, der zur Entsorgung und zum Recycling abgefahren wird. Das „Cargo-Tram“ (in der Schweiz sind Straßenbahnen sächlich) verkehrt seit Frühjahr 2003 in einer Kooperation der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) mit der ERZ Entsorgung + Recycling Zürich (einer Abteilung der Stadtverwaltung). Nach einem festen Fahrplan fährt die maximal dreiteilige Garnitur jeden Werktag eine von elf Endschleifen oder Zwischenkehren (bzw. Depots) mit Abstellmöglichkeit für den Zug an. Da die Bahn wechselweise Sperrmüll und Elektroschrott (dann als „E-Tram“ – seit 2006) abholt, ergeben sich 22 Einsatztage im Monat.

Das Cargo-Tram ist aus einem Standard-Vierachser vom Typ „Kurbeli“ (Serie 1351-1359 / Bj. 1940ff.)) hervorgegangen. An einer Seite wurde die verjüngte Plattform mit den Türen abgetrennt; als Ergebnis entstand die jetzige, eckige Front. Der Motorwagen zieht bis zu zwei Anhänger, die mit einem Container und einer Müllpresse bestückt sind. An einer Werkbank im Tw können Recycling-Güter bereits vor Ort zur Materialtrennung weiter zerlegt werden.

Der „Clou“ ist aber: Der Sperrmüll wird zwar kostenlos entgegen genommen, er muss aber zu Fuß, mit dem Velo (Fahrrad) oder dem Tram / Bus angeliefert werden – Pkw-Ladungen werden nicht akzeptiert!

-gk- / Foto: -gk- (Mai 2017 am Zürcher Hauptbahnhof / Sihlquai)

KW 17/2017 – Straßenbahn auf Abwegen

Guido KorffBild der Woche

Das ist kein Aprilscherz und auch keine fehlkonstruierte U-Bahn – Arnt-Ulrich Mann hat hier den Lehrwagen Tw 128 der Wuppertaler Stadtwerke auf dem Weg in die Kohlfurth begleitet, die Aufnahme entstand am 27. März 1972 im Elberfelder Kiesbergtunnel.

Mit Baujahr 1919 handelt es sich um eins der ältesten Fahrzeuge im Bestand der Bergischen Museumsbahnen. Bei der MAN ursprünglich von der Augsburger Straßenbahn bestellt, verstärkte der fertige Triebwagen den Bestand der Bergischen Kleinbahnen in Elberfeld. Anfang der 50er Jahre wurde das Fahrzeug zum „Lehrwagen“ umgebaut und wurde dafür mit allerlei Vorrichtungen ausgestattet, um die Fahrschüler auf die Probe zu stellen.

Im Gegensatz zu seinem Schicksalsgenossen Tw 93, der ebenfalls via Augsburg ins Tal der Wupper kam, erhielt er aber nicht die mehrfach geknickte Front, die für die älteren Wuppertaler Straßenbahnen so typisch war.

Foto: Arnt-Ulrich Mann, Archiv Wolfgang R. Reimann

KW 08/2017 – Die Lebensader unserer Straßenbahnen

Guido KorffBild der Woche

Dieses Bild soll daran erinnern, dass uns Buntmetalldiebe im Herbst / Winter 2015 böse mitgespielt haben. Durch technische Probleme des Zweiwege-Turmwagens dauerte es dann noch bis Ende April 2016, bis die ersten Bahnen wieder elektrisch verkehren konnten.

Der noch frische Kupferdraht präsentiert sich hier in glänzendem Rot-Ton, aber in gar nicht so langer Zeit wird ihn Grünspan einfärben und unauffällig in die Umgebung unserer Waldstrecke integrieren.

-gk- / Foto: Michael Malicke