KW04/2022 – BMB: Güter(loks) gehören auf die Bahn !

Guido KorffBild der Woche

Am 27. Januar 2022 wurde ein Jahrzehnte alter Traum wahr: Eine E-Lok vom AEG-Typ “Letmathe” gehört ab jetzt zu unseren Museumsfahrzeugen! Auf unserem Bild berührt sie nach über sechs Jahrzehnten Exil in der Schweiz erstmals wieder (nahezu) heimischen Boden.

Wie es der Typen-Name schon sagt, waren Betriebe unserer Region die hauptsächlichen Abnehmer dieser Fahrzeug-Bauserie: Sechs fuhren bei der Iserlohner Kreisbahn, drei bedienten die Firmen zwischen (Hagen-)Haspe und Breckerfeld und eine war sogar auf Wuppertaler Gleisen zwischen Lichtscheid und Morsbachtal unterwegs. Diese zehn Loks haben damit das Bild des Güterverkehrs im bergisch-märkischen Raum geprägt.

Von den Hagener Loks haben zwei überlebt. Unser Neuzugang, die Hagener Nr. 1, wanderte schon 1955 in die Schweiz – in die Gegend von Bern – aus. Damals wurde der elektrische Güterverkehr auf der Hagener Vorortbahn nach nur 28 Jahren eingestellt. Lok 1 war aber noch keineswegs “Alteisen”, sondern hielt sich in der Schweiz – auch dank guter Pflege – über weitere 65 Jahre im Einsatz!

Die guten Erfahrungen mit Lok 1 veranlassten die Schweizer, die Schwestermaschine Nr. 3 zehn Jahre später ebenfalls zu erwerben. Ihr war mit der Umstellung der Straßenbahnlinie 11 auf Omnibusse endgültig die Daseinsberechtigung in Hagen entzogen worden. Sie leistet jetzt bei der Tatra-Bahn einigen sehr schön restaurierten historischen Fahrzeugen Gesellschaft.

Wir wollen hier aber auch nicht unterschlagen, dass die AEG vom Typ “Lethmathe” noch zwei weitere Exemplare ins Baskenland verkaufen konnte. Eine dieser beiden Loks (E 101) ist ebenfalls museal erhalten, das Schicksal der anderen ist ungeklärt. Lok E 101 gilt sogar als älteste betriebsfähige E-Lok Spaniens!

Da werden wir an unserem neuen “Schätzchen” sicher auch noch lange Freude haben!

-gk- / Foto: Georg Kemper

KW46/2021 – Galaţi: Auf Schienen zur Schicht?

Guido KorffBild der Woche, Uncategorized

Zugegeben: Der Titel ist geklaut. Er stammt von einem Buch, das die Rolle der Straßenbahnen in der Siedlungsstruktur des nördlichen Ruhrgebiets behandelt.

Anders als im Ruhrgebiet, wo sich die Zechen und Stahlwerke seit über 150 Jahren in wilder Mischung mit den zugehörigen Wohngebieten abwechseln, sind im ehemaligen Ostblock viele Komplexe der Montanindustrie erst später entstanden. Als „geplante“ Anlagen wurden sie oft außerhalb der gewachsenen Städte angelegt.

Um die Massen der „sozialistischen Werktätigen“ geordnet und rasch zu ihren Arbeitsplätzen zu schaffen, waren dann seinerzeit leistungsfähige Straßenbahnanbindungen erste Wahl. So fallen z. B. die Nowa Huta (Neue Hütte) bei Krakau, die Ostslowakischen Stahlwerke in Košice, die Nová Huť Klementa Gottwalda nahe Ostrava (Ostrau) – und nicht zuletzt die Eisenhütte in Galaţi in Rumänien – in diese Kategorie. Die politische Wende haben alle genannten Stahlwerke zunächst überlebt, wenngleich sie oft mehrfach die Besitzer wechselten und die Produktionsmengen immer weiter schrumpften. Als letzte Rettung landeten sie dann oft beim indischen „Resteverwerter“ Lakshmi Mittal, der mit seiner ArcelorMittal Steel immerhin Werke aktiv erhielt, die unter anderen Betreibern längst abgewickelt worden wären.

Unser Bild zeigt die besondere Situation in Galaţi (ausgesprochen: „Galatz“) im Osten Rumäniens und nahe der moldawischen Grenze. Die Stadt hat heute ca. 250 Tsd. Einwohner und die Hütte ist immer noch die größte des Landes und wichtiger Arbeitgeber für die örtliche Bevölkerung (5.600 Mitarbeiter). Sie gehört seit 2001 zu Mittal (noch vor der Fusion mit der luxemburgischen Arcelor), 2019 wurde sie an die Liberty Group des Inders Sanjeev Gupta weitergereicht.

Die westlich der Stadt gelegene Hütte ist den Wohngebieten durch einen tiefen Taleinschnitt getrennt. Eine ca. 1,5 km lange, hohe Brücke überquert dieses Tal; die Strecke gabelt sich vor den Werksanlagen und bediente früher Nord- und Osteingang, zuletzt wurde nur allein der Osteingang angefahren.

Zum Zeitpunkt der Aufnahme 2012 befuhren die Straßenbahnen der Stadt nur noch einen Bruchteil des früheren Netzes. Neben vier Ganztagslinien (von denen keine zur Hütte verkehrte) gab es 2012 aber auch noch fünf Linien, die nur mit wenigen Fahrten zum Schichtwechsel des Stahlwerks im Fahrplan verzeichnet waren. Nicht alle befuhren die Brücke, teilweise stellten sie lediglich Anschlüsse her.

Der eingesetzte Wagenpark bestand 2012 aus KT4D aus Berlin und ZGT6 aus Rotterdam, außerdem einigen Frankfurter Düwag-Vierachser-Zügen als Reserve. Inzwischen gibt es nur noch drei Linien; die Hütte wird gar nicht mehr angefahren; die Rotterdamer Wagen reichen dafür aus. Nachdem lange Jahre die Stilllegung der restlichen Linien zu befürchten war, lässt die Bestellung von acht Niederflurwagen von Astra in Arad wieder auf den Fortbestand hoffen.

Tw 1327 auf Linie 46 – noch in Berliner „Hauptstadtfarben“ – kommt dem Fotografen auf der Rückfahrt von der Hütte auf der langen Brücke entgegen. Im Hintergrund die beeindruckende industrielle Kulisse der Werksanlagen. Was auffällt: Der Schichtwechsel muss wohl sehr pünktlich erfolgen: Ob die Mitarbeiter schon alle an ihren Arbeitsplätzen angekommen sind? Die Brücke ist die einzige Zufahrt, aber es ist kein Pkw zu sehen!

-gk- / Foto: –gk-

KW45/2021 – Neapel: Trambetrieb in einer “Failed City”

Guido KorffBild der Woche

Unter einer „Failed City“ versteht man eine Stadt, deren Verwaltung die Kontrolle über das Gemeinwesen verloren hat. In Deutschland zählen einige Stimmen Berlin oder Köln in diese Kategorie; in Italien gehört eindeutig Neapel dazu. Damit ist dort aber nicht die Mafia gemeint, die in Neapel „Camorra“ heißt, denn die ist ja gut „organisiert“. Vielmehr ist eine unfähige und/oder korrupte Stadtverwaltung die Wurzel des Übels. Überregional bekannt geworden sind die Müllberge in der Stadt, weil deren Abfuhr nicht funktioniert. Die Wuppertaler Bürger haben davon sogar profitiert, denn Teile des angesammelten Abfalls hat es bis in die Müllverbrennungsanlage am Hahnerberg verschlagen, wo sie kostenpflichtig verwertet wurden.

In diesem Chaos muss man sich schon wundern, dass in der Stadt (derzeit ca. 960 Tsd. Einwohner) immer noch Straßenbahnen und Obusse verkehren. Die Straßenbahnen mussten immerhin drei Jahre lang von 2016 bis Januar 2020 komplett im Betriebshof bleiben, weil eine Straßenbaustelle direkt vor der Einfahrt zum Depot das Ausrücken verhinderte.

Das früher weit verzweigte Straßenbahnnetz besteht schon seit mehreren Jahrzehnten nur noch aus drei Linienästen. In guten Zeiten verkehren darauf drei Linien, die alle drei Endpunkte jeweils direkt miteinander verbinden, manchmal aber auch nur eine, weil mal wieder eine Baustelle – meistens für die Metro – im Weg ist.

Der westliche Streckenast wurde über die Jahre auch noch mehrfach verkürzt. Am Castel Nuovo beim Fährschiff-Hafen ist derzeit wegen einer Riesenbaustelle für die Metro Schluss; ob es jemals wieder drüber hinaus weitergeht, darf bezweifelt werden, auch wenn die Gleise dafür teilweise noch vorhanden sind (die anderen mussten weiteren Metro-Baustellen weichen). Das wachsende Metro-Netz übernimmt auch teilweise dieses Verkehrsaufkommen.

Zusätzlich wird die Straßenbahn im Bereich der Innenstadt von Obus-Linien überlagert, die bis auf den Außenast zum Friedhof von Poggioreale parallel zu den Gleisen verlaufen. Dadurch ergibt sich ein erhebliches Fahrdrahtgewirr über den Straßen. Wir sehen auf unserem Bild das Gleisdreieck an der Via Nuova Marina, wo die drei Streckenäste der Straßenbahn aufeinandertreffen. Links geht es zum Bahnhof. So ähnlich muss die Fahrleitungsanlage auch am Wupperfelder Markt in Wuppertal mal ausgesehen haben!

Im Einsatz trifft man hauptsächlich die 22 vierachsigen Triebwagen der Sirio-Baureihe von AnsaldoBreda an, die 2004 nach Neapel geliefert wurden. Sie sind 20,2 m lang und – wegen der Antriebsanordnung – fast nur mit Längssitzen ausgestattet. Ein geringes Sitzplatzangebot ist in italienischen Straßenbahnen und Bussen aber üblich. Ähnliche, zumeist längere Wagen fahren u. a. auch in Mailand, Florenz und Göteborg. Dort sind die Drehgestelle jedoch durch Klappen abgedeckt, die hier bei allen Wagen fehlen. Ob das eine höhere Fehleranfälligkeit vermuten lässt?

Daneben verfügt der Verkehrsbetrieb noch über knapp 30 ältere, einteilige Vierachser, die Anfang der 30er Jahre nach dem Vorbild der Mailänder Peter-Witt-Wagen entstanden. In der zweiten Hälfte der 70er Jahre erhielten die Wagen neue Aufbauten, bei denen Teile von damaligen Autobus-Modellen verwendet wurden, die den Wagen ein gewöhnungsbedürftiges Aussehen verleihen.

Pläne für Netzerweiterungen gab und gibt es viele, aber nur geringe reale Fortschritte. Wachsen wird aber vor allem die Metro, denn in der Bauindustrie ist die Mafia bestens investiert!

-gk- / Foto: -gk-

KW44/2021: Kölsches Grundgesetz §3: Ett hätt noch immer jot jejange ???

Guido KorffBild der Woche

Das „Vringsveedel“ in Köln – benannt nach der Kirche St. Severin, deren Turm rechts durch die Bäume sichtbar ist – gilt als einer Stadtbezirke, wo das „Kölsche Wesen“ noch sehr authentisch erlebt werden kann. Alljährlich an Weiberfastnacht wird hier am Chlodwigplatz vor dem Severinstor mit dem Schauspiel über die unglückselige Liebschaft von Jan van Werth und seiner Griet der Kölner Straßenkarneval eröffnet. Dat hätt nich jot jejange!

Im Mittelalter lag das Severinsviertel an der Landstraße nach Bonn; die hier gezeigte Severinstorburg schützte den Eingang in die Stadt. Das Stadttor steht heute noch, aus dem Schussfeld vor den Mauern entstanden später die „Ringe“, die heute stark befahrene Straßenbahnstrecken tragen. Innerhalb der Mauern dagegen stieß die Anlage von Schienenwegen auf Schwierigkeiten; zu eng war vielerorts die Bebauung für eine angemessene Gleisführung. Die alten Strecken sind deshalb heute weitgehend verschwunden, für die verbliebenen Linien haben großzügige Straßendurchbrüche, z. B. zwischen Heumarkt und Neumarkt, nach dem Zweiten Weltkrieg den Raum geschaffen.

Der Chlodwigplatz war lange Zeit Station auf einer wichtigen Nord-Süd-Linie, die u. a. Hauptbahnhof und Dom, Rathaus und Heumarkt miteinander verband. Der südliche Abschnitt vom Waidmarkt nach Bayenthal wurde schon am 23. Dezember 1877 als Pferdebahn eröffnet. Nach den Kriegszerstörungen musste die Strecke vom Waidmarkt durch die Severinstraße der Philosophie der “autogerechten Stadt” weichen. Stattdessen wird das Viertel an seinem nördlichen Rand seitdem durch die Anbindung der Straßenbahn auf der neuen Severinsbrücke – jetzt aber in Ost-West-Richtung – erschlossen.

Mit dem Bau der Tunnelstrecke vom Ebertplatz zum Dom lebte der Gedanke an eine Nord-Süd-Verbindung durch die Altstadt wieder auf. Der Verlauf der alten Linie 7 wurde dafür zur Vorlage genommen. Vom Hauptbahnhof zum Rathaus rollen die Bahnen der Linie U17 jetzt seit 2012, zum Heumarkt seit 2013.

Und dann das: Am 3. März 2009 stürzte das Kölner Stadtarchiv in die Baugrube südlich des Waidmarkts. Die anschließende Beweissicherung und die juristische Aufarbeitung beanspruchten anschließend rund 12 Jahre! Erst in diesen Tagen wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen. Die schwierigen geologischen Verhältnisse lassen eine Fertigstellung allerdings erst in sieben bis zehn Jahren (Prognose: 2027) erwarten! Dat hätt nich jot jejange!

Immerhin konnte am 3. September 2021 schon der Neubau des Stadtarchivs eröffnet werden. Zwar gelang es, 95 % des betroffenen Archivguts zu retten, die Stadt Köln bezifferte den Schaden aber auf 1,33 Mrd. Euro! Dat hätt nich jot jejange!

Unter dem Severinstor und dem Chlodwigplatz kann man jedoch schon seit 2015 mit der Stadtbahn fahren. Die separate Eröffnung dieses Teilstücks war nötig, um die Anforderungen der Fördermittelgeber zu erfüllen. Der Betrieb beginnt an der Haltestelle „Severinstraße“ und bietet zumindest eine Umsteigemöglichkeit zu den Linien, die von der Severinsbrücke zum Neumarkt verkehren. Am anderen Ende wird die Rheinuferstrecke erreicht, die U17 endet in im Regelfall in Rodenkirchen, einzelne Fahrten führen nach Sürth.

Aufgrund der noch unbefriedigenden Einbindung ins Netz ist die Fahrgastnachfrage aber enttäuschend gering, so dass solo-fahrende B-Wagen ausreichen. Hätt dat jot jejange?

-gk- / Foto: Sammlung –gk-

KW43/2021 – Karlsruhe: Die Rückkehr der Kabelbahn ?

Guido KorffBild der Woche

Karlsruhe hat schon immer mit Besonderheiten aufwarten können, seien es der Bauplan der „Fächerstadt“, das „Karlsruher Modell“ oder die kommende U-Bahn, die für eine Stadt von gerade mal etwas über 300 Tsd. Einwohnern recht ambitioniert erscheint.

Vor der Gründung von Karlsruhe im Jahre 1715 residierten die Markgrafen von Baden-Durlach im heutigen Stadtteil Durlach, der sich seinen kleinstädtischen Charakter bis in die Gegenwart bewahrt hat. An die heutige „City“ ist Durlach mit der Straßenbahnlinie 1 angebunden, die den ganzen Ortskern – mit einem kurzen eingleisigen Abschnitt – durchquert und in einer großen Blockumfahrung endet.

Von der Endstelle ist es nicht mehr weit zum Karlsruher Hausberg, dem Turmberg, der mit 257,2 m über Normalnull einen wunderbaren Ausblick in die Rheinebene bietet. Zur Burgruine hinauf dient seit 1888 als Aufstieghilfe die meterspurige Turmbergbahn, die nach der Einstellung der Bahn in Zeitz und der Malbergbahn in Bad Ems heute als Deutschlands älteste betriebsfähige Standseilbahn gilt. Auf 315 m Gesamtlänge überwindet sie immerhin 100 m Höhenunterschied.

Die Lücke zwischen der Endschleife der Straßenbahn und der Talstation war allerdings schon vor über hundert Jahren den Ausflüglern ein Dorn im Auge. Gefordert wurde deshalb eine talseitige Verlängerung der Bergbahn (nicht der Straßenbahn!). Die Bergbahnstraße wurde damals neu geplant und erhielt in der Mitte Raum für die Trasse. Auf unserem Foto erkennen wir den entsprechenden Grünstreifen links oberhalb des blauen VW Käfer. Irgendwie verlief die ganze Sache aber im Sande…

1966 wurde die Turmbergbahn zuletzt modernisiert und von Wasserballast- auf elektrischen Betrieb umgestellt. Seitdem ist sie deutlich in die Jahre gekommen und müsste allmählich renoviert werden. Man will jetzt die Chance nutzen und gleich mehrere Herausforderungen angehen. Auf dem Plan stehen umfassende Erneuerung, Umstellung auf automatischen Betrieb, Erhöhung der Kapazität, barrierefreie Umgestaltung – und ja: Verlängerung um ca. 200 m bis zur Straßenbahn! Die Karlsruher Verkehrsbetriebe und die politischen Gremien haben dem Konzept zugestimmt; 2022 soll der Um- und Ausbau beginnen.

Die Schließung der Lücke bringt den Fahrgästen einen weiteren Vorteil – die Integration der Turmbergbahn in den Karlsruher Verkehrsverbund; derzeit werden noch separate Tickets verkauft. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings auch. Die im Bildhintergrund querende Straße ist die Bundesstraße 3, die sich zwischen die beiden Bahnen schiebt.

Die Ansichtskarte lässt erahnen, dass auch schon die älteren Karlsruher Straßenbahnen in der Farbkombination gelb-rot unterwegs waren, die den Farben der Stadt entspricht. Hinter dem gerade abgefahrenen Sechsachser wartet mit Beiwagen 307 einer der beiden Anhänger zu den fünfzehn Großraumwagen der ersten Bauserie von 1954/55. Sie waren die ersten neuzeitlichen Straßenbahnwagen in der Fächerstadt. Gebaut wurden sie von der „heimischen“ Waggonfabrik Rastatt, aber die zeitgenössischen Düwag-Wagen dienten als Vorlage (u. a. Tandem-Antrieb und Türen).

Nach 25 Einsatzjahren scheiden die Wagen Ende der 70er-Jahre aus dem Bestand. Das langjährig feste Gespann aus Tw 119 und Bw 307 wurde zwar erst 1994 verschrottet, erhalten blieb aber kein Fahrzeug aus dieser Serie.

-gk- / Foto: Foto Erich Bauer (Sammlung -gk)

… eine Hagener Lok

Sven EkertBild der Woche

Seit Ende der 1980er Jahren steht eine der beiden „Hagener Schwestern“ wie die 1955/65 von Hagen nach Bern verkauften AEG 40 Tonnen E-Loks vom Typ Letmathe der Hagener Strassenbahn AG in der Schweiz liebevoll genannt werden, auf der Wunschliste der BMB.

Die RBS als nunmehriger Besitzer hat beide Loks mittlerweile außer Dienst gestellt, im Übrigen die beiden letzten einsatzfähigen Exemplare dieses Typs. Da dieser Loktyp nicht nur einen technischen Meilenstein darstellt – das DME 2021 Magazin berichtet in seiner aktuellen Ausgabe 3/201 ausführlich -sondern auch aus heimathistorischer Sicht von Bedeutung ist, hat sich die RBS entschlossen der BMB eines der beiden Fahrzeuge unentgeltlich einer musealen Nachnutzung zur Verfügung zu stellen, wofür wir sehr dankbar sind. „Lediglich“ der Transport nach Wuppertal muss von uns aufgebracht werden. Aber das gestaltet sich gerade jetzt aufgrund der Hochwasserschäden als nicht ganz einfach.

Daher sind die BMB auf Ihre Mithilfe angewiesen, damit dieses einmalige Fahrzeug zurück in die Nähe seines ursprünglichen Einsatzortes gelangen kann. Auch eine kleine Spende bringt die Lok zurück auf heimische Gleise, denn auch in Wuppertal war ein Exemplar dieses Typs bis 1959 in Betrieb. Selbstverständlich wird Ihre Spende mit einer Bescheinigung, die in der Steuererklärung geltend gemacht werden kann, honoriert

Bergische Museumsbahnen e.V.
Sparkasse Wuppertal
IBAN: DE48 3305 0000 0000 9095 64
BIC: WUPSDE33XXX
Verwendungszweck: Hagener Lok + Ihre Adresse

Wir freuen uns auf unser neues “Familienmitglied” und auf Ihr reges Interessse

Bild oben: September 1927 kurz nach Anlieferung in Hagen. Auch wenn sie in der Schweiz modifiziert wurde, hat sie ihr markantes Erscheinungsbild bewahrt (siehe Bild unten). Text: Jörg Rudat & Sven Ekert

… “Alt” trifft “Neu” am Boeler Amtshaus.

Sven EkertBild der Woche

Die letzte Sonderfahrt der BMB in Hagen fand am 23.Mai 1976 eine Woche vor Betriebsstilllegung statt. Wieder hervorragend von Manfred Streppelmann organisiert, mit Willy Langenbeck am Fahrschalter und unter Aufsicht von Fahrmeister Kurt Methner wurde der “frisch für den Abschied” am 29. Mai herausgeputzte GTw 85 zwischen Eilpe und Boele-Kabel auf die Strecke geschickt. Leider minimal überbelichtet hat unser jetziger Betriebsleiter Raimund Jünger den “ältesten” GTW 60 von 1959 und den “jüngsten” GTW 85 von 1968 bei der Plankurs-Kreuzung mit GTW 83 (Bj. 1964) am Boeler Amtshaus abgelichtet. Alle drei Triebwagen fanden im Herbst 1977 bei der GSP in Belgrad für einige Jahre ein neues Betätigungsfeld.
(Foto: Raimund Jünger, Scan: Björn Esser, Text und Dia: Jörg Rudat)

… ein fleißiger Turmwagen

Sven EkertBild der Woche

In einen der bereits bekannten Beiträge, wurde eine Gleisbaustelle im Jahr 1982, und damit vor fast 39 Jahren, präsentiert.

Unsere fleißigen aktiven Mitglieder sind hier an der Kurve der Haltestelle “Friedrichshammer” am “Werkeln”. Viel Arbeit steht noch bevor, wie man am Gleismaterial neben der Strecke erkennt. Trotz der scheinbar unendlichen Baustellen wurde knapp 10 Jahre später der Personenverkehr offiziell wieder angeboten.

Zu den Arbeiten wurde oft der Triebwagen 628, auch bekannt als “Turmwagen” genutzt. Dieser ist auch noch nach 40 Jahren ein wichtiges Fahrzeug im Fuhrpark der Bergischen Museumsbahnen. Doch die Zeit geht an unserem “Oldi” nicht spurlos vorbei. Vor rund acht Jahren befuhr der Wagen die Strecke um notwendige Wartungen durchzuführen. Ein Hundebesitzer missachtete die ausgeschilderte Betretungsverbote der Gleisanlagen. Durch eine Gefahrenbremsung konnte das Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, doch der Schock war groß. Durch die starke Bremsung wurde ein technischer Defekt ausgelöst. Seither durfte der Wagen nicht mehr alleine eingesetzt werden, damit noch ein größerer Schaden auftritt.

Das Jahr 2021 wird irgendwann einmal in die Geschichte der Bergischen Museumsbahnen eingehen, nicht nur wegen der anhaltenden Pandemie und der ausfallenden Fahrten. Viel mehr konnte durch eine großzügige private Spende und die Unterstützung der Stadtsparkasse Wuppertal die nötigen Gelder erhalten werden, die für die Reperatur und Instandhaltung des Wagens benötigt werden. An dieser Stelle dankt der Verein den Spendern und wird nach Reperatur weitere Details bekannt geben.

(Text: Sven Ekert, Foto: Archiv der Bergischen Museumsbahnen e. V.)

Naherholung an der Bergischen Museumsbahn

… eine aktuelle Initiative

Sven EkertBild der Woche, Uncategorized

Die Bürgerinitiative Greuel-Möschenborn erarbeitete die Idee, ein Grundstück an der Museumsbahn zur Ausweitung der Naherholung zu nutzen. Nicht nur die Pandemie zeigt, dass Cronenberg ein attraktiver Stadtteil mit vielen Erholungsmöglichkeiten in der Natur ist. Die letzten Jahre zeigten, dass gerade das Kaltenbachtal zu einem immer beliebter werdenden Ausflugsziel für die Bevölkerung wird.

Unter dem “Bürgerbudget 2021”, einem Budget, bei dem die Stadt Wuppertal Bürgerideen unterstützt, hat die Initiative eine Idee entwickelt, welche die ökologisch wertvolle Fläche für die Bürger erlebbar machen soll. Auch unsere Bahnanbindung ist ein Teil dieses Projektes, welches das Gesamtkonzept abrunden wird.

Für alle Interessierten und Unterstützer gibt es hier die Möglichkeit, sich weitere Informationen einzuholen und das Projekt zu unterstützen: https://talbeteiligung.de/topic/buergerbudget2021/thought/22760?sortcomments=created&sortcommentsdir=asc

(Text: Sven Ekert, Foto: Stefan Eberhard, closer.design)

… eine Gleisbaustelle im Jahr 1982

Sven EkertBild der Woche

Im Sommer 1982 versammelte sich, wie so oft, ein munterer Trupp unermütlicher Straßenbahner um Ihren Ziel, die Vereinsstrecke zu ertüchtigen und Fahrbereit zu bekommen, Schwelle für Schwelle näher zu kommen. Dabei trotzden die Vereinsmitglieder jedem Wetter und schafften in harter Handarbeit und Teamwork jede Woche ein Stück mehr. Mit diesem Tatendrang konnte rund zehn Jahre später der Fahrbetrieb mit den ersten Fahrgästen aufgenommen werden. Ein Erfolg, an dem dato noch niemand wirklich glauben konnte.

(Scan: BMB Archiv, Text: Sven Ekert)