KW51/2025 – Wuppertal: Der “Samba-Express” steht Kopf !

Guido KorffBild der Woche

Der Samba war ein Modetanz der 50er Jahre, der sich vor allem durch schwungvolle Bewegungen auszeichnet. Neue Schienenfahrzeuge der Nachkriegszeit gewannen durch fortschrittliche Federungen an Fahrkomfort, wobei auch hier gewisse Schwankungen nicht ausblieben. Sie zogen deshalb rasch den Spitznamen “Samba-Wagen” auf sich. Neben verschiedenen Straßenbahn-Typen war der bekannteste Träger dieses Namens der weitverbreitete Uerdinger Schienenbus. Auch in Wuppertal erinnert die “Samba-Trasse” noch heute an eine Stammstrecke der “roten Brummer”.

Da dachten sich die Wuppertaler Stadtwerke: “Was die Deutsche Bundesbahn kann, machen wir noch besser”, wenngleich die (damals) ebenfalls roten Wagen der Schwebebahn nicht brummten und auch keine sambafördernde Federung auf dem Dach hatten. Der passende Anlass war schnell gefunden: Vor 75 Jahren sollte die Schwebebahn ihren 50. Geburtstag feiern. 1951 waren zwar die Auswirkungen des Krieges im Stadtgebiet noch überall zu sehen, dennoch machte sich allmählich eine positive Grundstimmung im Tal der Wupper breit. Es ging langsam voran und in diese Zeit fiel das Jubiläum der Schwebebahn, das am 01.März 1951 gefeiert wurde.

Im Thalia-Theater (später abgerissen und durch den Neubau der Sparkasse ersetzt) wurde ein Festakt abgehalten, auf dem auch der damalige Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Dr. Sträter, eine Rede hielt. Anschließend wurde auf dem Freigelände an der Ohligsmühle eine Verkehrsausstellung eröffnet, die den Namen „Nahverkehr Rhein-Wupper-Ruhr“ führte und vom 01. bis 11. März 1951 geöffnet war.

Um auch die Stadtgesellschaft mitfeiern zu lassen, dachte man sich etwas ganz Besonderes aus. Der Schwebebahnzug mit den Wagen Nr. 57 und 58 (Baureihe 30 aus dem Jahr 1930) wurde zu einem „schwebenden“ Tanzlokal umgerüstet. Die Sitze verschwanden und dafür gab es eine Bartheke und viel Platz zum Tanzen. Der Preis für eine Tanzrunde über der Wupper betrug 3,00 DM. Darin eingeschlossen war ein Verzehrgutschein im Wert von 1,50 DM.

Auch die Presse schwärmte von “TUFFI, dem fliegenden SAMBA-EXPRESS”. Die Sonderfahrten wurden während der gesamten Zeit der Verkehrsausstellung durchgeführt.

Text: Uwe Graef unter Verwendung eines Artikels in der Stadtwerke-Zeitschrift “Der Kontakt”, Ausgabe 12/1957. Fahrschein: Sammlung Uwe Graef