Das Jahr 2025 brachte den Bergischen Museumsbahnen den Neustart nach viereinhalb Jahren Unterbrechung des Fahrbetriebs. Wer jetzt naiv gedacht hat, damit wären die Probleme gelöst, hat sich natürlich getäuscht. Die Infrastruktur (Gleise, Stromversorgung etc.) wird uns noch lange Zeit beschäftigen und – vor allem – auch unsere finanziellen Mittel binden. Die Wiederbelebung der BMB ist eben kein Sprint, sondern ein Marathon!
Der besondere Nachteil der Investitionen in die Infrastruktur ist, dass unsere Fahrgäste davon so wenig wahrnehmen. Reparierte Fahrleitungsmasten und neue Schwellen sind halt ziemlich “unspannend”. Um einen “Wow-Effekt” bei unseren Besuchern zu erzeugen, bräuchte es eher mal ein “neues” Fahrzeug – und zwar eines, dass auch Laien als solches erkennen können. Bester Kandidat dafür ist natürlich Triebwagen 159, unser “Flaggschiff” und Favorit der meisten Mitglieder unseres Vereins. Anläufe, mit der Renovierung von Tw 159 mal einen Schritt voranzukommen, hat es in den letzten Jahren durchaus gegeben. Sie sind aber letztlich an dringlicheren Prioritäten gescheitert.
Immerhin bietet uns das Jahr 2025 einen Anlass, Triebwagen 159 wieder in die allgemeine Aufmerksamkeit zu rücken: Er wurde wie seine neun Brüder im Jahr 1925 gebaut, ist mithin also gerade 100 Jahre alt geworden – Glückwunsch! Die Beschaffung der Fahrzeuge vom Nürnberger Hersteller MAN folgte auf einige weniger erfolgreiche Versuche, den Wagenpark nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zu erneuern. Immerhin war die Bergische Kleinbahnen AG damit vielen anderen deutschen Straßenbahnbetrieben eine “Nasenspitze” voraus, denn die große Beschaffungswelle in den 20er Jahren erreichte erst 1927 / 1928 die Gleise.
Zur Heimat der Wagenserie wurde das Niederbergnetz. Erst nach dessen früher Stilllegung Anfang der 50er Jahre erschienen die Wagen mit den markanten Doppelscheinwerfern auch häufiger auf den Linien 15 und 25 auf die Wuppertaler Südhöhen. Insbesondere die Linie 15 zwischen Wuppertal-Elberfeld und Remscheid, Friedrich-Ebert-Platz hat sich als Stammstrecke eingeprägt. Da waren die sechs passenden Beiwagen aber schon nicht mehr dabei. Man traute den Bremsen der Motorwagen nicht zu, ein solches Gespann auf den Steilstrecken (z. B. der Augustastraße) sicher halten zu können. Auf unserer Linie 5 machten sich die Wagen dagegen rar, denn das Gewicht von 23 t plus Fahrgästen wollte man der Kohlfurther Brücke nicht allzu oft zumuten. Spätestens mit der Aufgabe der Linie 15 zeichnete sich 1965 das Ende der Wagenserie ab. Bis zum Schluss hielten sich die beiden Triebwagen 156 und 159, von denen Tw 156 dann aber seine lange Stillstandszeit bei den BMB nicht überlebt hat.
Allen Widrigkeiten der Infrastruktur zum Trotz wollen wir jetzt Triebwagen 159 endlich zum Rollen bringen, Er wartet darauf jetzt schon länger als er vorher aktiv gefahren ist. Es wird also Zeit!
Text: Guido Korff / Foto: WSW, Sammlung Michael Malicke

