Oktober 2021 – Deutsche Straßen- und Stadtbahnen – Mecklenburg-Vorpommern

Guido Korff Buch des Monats

Michael Kochems
Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland
Band 21: Mecklenburg-Vorpommern

EK-Verlag, Freiburg 2017
160 Seiten, Format 16,5 x 23,5 cm, Hardcover, gebunden, 153 schwarzweiße und 24 farbige Fotos und Zeichnungen;
ISBN 978-3-8446-6857-5

Im BMB-Vertrieb erhältlich für 35,00 €


Mit dem vorliegenden Band 21 der Reihe “Deutsche Straßen- und Stadtbahnen” wurde eine “große Aufgabe“ vollendet. Von Dieter Höltge vor über dreißig Jahren begonnen und noch auf Westdeutschland ausgelegt, hat Michael Kochems die Autorenschaft der Reihe Zug um Zug übernommen und im Stile Höltges fortgesetzt. So stellen kurze geschichtliche Abrisse die Netze und Strecken vor, übersichtliche Tabellen dokumentieren die Entwicklung der zugehörigen Wagenparks.

Mit der politischen Wende verdoppelte sich auf einen Schlag die Anzahl der zu behandelnden Straßenbahnbetriebe, darunter das „Schwergewicht“ Berlin und die ebenfalls bedeutenden Netze in Leipzig und Dresden. Damit kam eine Menge weiterer Arbeit auf die Autoren zu.

Es ist bemerkenswert, dass die Reihe erst jetzt – über dreißig Jahre nach der „Wende“ – vorläufig abgeschlossen wurde. Das kommt dem Nutzwert der Bücher jedoch enorm zugute. Die turbulente „Nachwendezeit“ in den neuen Bundesländern ist mittlerweile vorüber und man kann jetzt fundiert feststellen, dass alle Betriebe diese Phase nicht nur leidlich überlebt, sondern sogar gestärkt hinter sich gebracht haben. Es wurden konsequent Gleise saniert, Niederflurwagen beschafft und neue Betriebshöfe gebaut, so dass die Infrastruktur zum Standard der alten Bundesländer nicht nur aufgeschlossen, sondern diese sogar recht oft übertroffen hat.

Der abschließende Band zu Mecklenburg-Vorpommern kann zwar nur zwei Betriebe vorweisen, die aktuell noch bestehen, aber mit Schwerin und Rostock handelt es zugleich um Musterbeispiele für die geschilderte nachhaltige Entwicklung.

Aufgrund der dünnen Besiedlung in dieser landwirtschaftlich geprägten Region gibt es mit Stralsund und Warnemünde auch nur zwei weitere elektrische Straßenbahnen, über die historisch berichtet werden kann. Um die Streckenentwicklung in Stralsund zu verstehen, lohnt es sich übrigens, einen Stadtplan hinzu zu ziehen, auf dem man die innerstädtischen Wasserflächen erkennen kann, die die Tram umkurven musste.

Mit dem im Vergleich zu den vorangegangen „Brummern“ zu Berlin oder Sachsen relativ schmalen Band schließt sich – zumindest geografisch – ein Kreis: Band 8 zum norddeutschen Nachbar-Bundesland Schleswig-Holstein berichtete ebenfalls nur über vier Straßenbahnstädte, in denen heute jedoch keine innerstädtischen Bahnen mehr fahren. Wo ist man also wohl “klimaschonender” unterwegs?

Fazit: Die Reihe – und damit auch Band 21 – ist ein „Muss“ für jeden Straßenbahnfreund – Punkt.
-gk-