Juli 2022 – Mit der Straßenbahn durch das alte Wuppertal

Guido Korff Buch des Monats

Wolfgang R. Reimann / Axel Ladleif / Jörg Rudat
Mit der Straßenbahn durch das alte Wuppertal
Band 1: Kreuz und quer unterwegs in Elberfelds Mitte (1947-1987)

DGEG Medien, Mönchengladbach 2022;
168 Seiten, Format 22 x 24 cm, Hardcover, gebunden, ca. 330 schwarzweiße und farbige Abbildungen;
ISBN 978-3-946534-26-0

Im BMB-Vertrieb erhältlich für 34,80 € (auf Wunsch auch im Versand)

Über die Geschichte der Wuppertaler Straßenbahn sind im Laufe der Jahre schon einige Bücher erschienen. Dabei haben sich die Autoren zumeist die Aufgabe gestellt, das “große Ganze” vorzuführen. Der Nachteil solcher Publikationen ist aber oft, dass sie nur eine sehr begrenzte Auswahl von Bildern präsentieren können, die im Detail doch viele Fragen offen lassen.

Wolfgang R. Reimann hat es sich – wie schon bei seinem letzten Buch über Betriebshöfe – zum Ziel gesetzt, genauer hinzuschauen. Entstanden ist eine Streckenreise, die bewußt nur einen kleinen Teil des einst großen Netzes herausgreift und – man möchte fast sagen: Schritt für Schritt – illustriert.

Reizvoll ist zudem der Fokus auf die Entwicklung in der Nachkriegszeit, an die sich viele potenzielle Leser noch gut erinnern können, zumal manche Provisorien sich ja bis in die jüngere Vergangenheit gehalten haben.

Dem stehen die vielen Veränderungen im Stadtbild gegenüber, die mal als “Fortschritt” gegolten haben und heute auch schon wieder Geschichte sind. Da denkt man sicher zuerst an den Döppersberg, aber z. B. auch das geschlossene Schauspielhaus und das abgerissene Justizhochhaus haben zu ihrer Zeit die Stadt geprägt.

Besonders schön ist es, wenn über solche Dinge nicht nur berichtet wird, sondern immer auch ein Bild parat ist, das den Sachverhalt erläutert. Ein gutes Beispiel: Die Seite über den Bauhof an der Bayreuther Straße. “Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte” trifft hier unbedingt zu!

Wenn man denn einen Kritikpunkt nennen wollte, dann den, dass manchmal vielleicht zuviel Ortskenntnis vorausgesetzt wird, um die Veränderungen nachvollziehen zu können.

Die Bildqualität ist durchweg gut, die Motive zumeist unbekannt, aber immer stimmungsvoll, das Layout abwechslungsreich; nach einer kurzen Einleitung taucht der Leser ein in das Elberfeld der Nachkriegsjahre, als die Straßenbahn noch ein fester Bestandteil der Mobilität der Bürger und des Stadtbilds war.

Fazit: Ein unbedingtes “Muss” für alle Freunde der Wuppertaler Straßenbahn und ein tolles “nostalgisches” Geschenk für die Bürger der Stadt!

-gk-