November 2007 |
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Jubelnde
Massen begrüßten einst den ersten Sonderzug![]() Probesitzen in der Straßenbahn: für die jungen "Fahrgäste" nur ein Spaß, für die älteren ein Gruß aus der Vergangenheit. Fotos: Kerstin Kappis Breckerfeld. (OE) Eisen- und Straßenbahnfans ließen sich vom Dauerregen am Samstag nicht aufhalten: Im alten Wartesaal des Bahnhofs Breckerfeld trafen sie sich in großer Zahl zur Eröffnung des zweitägigen Jubiläumsfestes "100 Jahre Bahnhof Breckerfeld", das der Heimatverein organisiert hatte. Im Namen der Stadt begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Horst Hoffmann die Gäste: "Im Unterschied zu heute schien die Sonne am 30. September 1907, als um 13.45 Uhr der erste Sonderzug der Kleinbahn Haspe-Voerde-Breckerfeld einlief." Damals habe die Presse berichtet, das "ungeheure Menschenmassen" den Zug mit "brausendem Hoch" begrüßten. Hoffmann dankte allen Helfern des Heimatvereins, heimischen Handwerkern, der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, der AVU, der VER, der Hagener Straßenbahn und besonders dem Verein "Bergische Museumsbahnen Wuppertal". Der Verein hatte im wesentlichen die Festausstellung zum Jubiläum zusammengestellt, die ergänzt wurde durch zwei Modelle des Breckerfelder Bahnhos in seiner historischen Form. Die Modelle schufen Martin Gensler und Hans-Jürgen Ackermann. Horst Hoffmann hob das besondere Engagement von Martin Gensler hervor: "Er sorgte auch dafür, dass wieder eine originale Bahnhofsuhr dort hängt, wo sie schon vor 100 Jahren hing." Geisler hatte sie im Internet ersteigert. Hoffmann erinnerte an Daten der Bahn von Haspe über Voerde nach Breckerfeld, die den Menschen vor 100 Jahren endlich den Anschluss an der Eisenbahnnetz ermöglichte, auch wenn es nur eine Kleinbahn war: Im Jahr 1927 erfolgte die Elektrifizierung und Übernahme der Strecke durch die Hagener Straßenbahn. Hoffmann: "Leider wurde die schönste Straßenbahnstrecke Deutschlands am 3. November 1963 eingestellt." Der letzte Triebwagen fuhr kurz vor Mitternach zurück nach Hagen. Horst Hoffmann war damals dabei: Als Hauptmann der Breckerfelder Junggesellen fuhr er mit ihnen und einem Kasten Bier auf der letzten Fahrt bis Voerde mit. Von dort ging es zu Fuß auf der Landstraße zurück. Für die VER dankte Geschäftsführer Thomas Schulte allen, die geholfen haben, die Erinnerung an die Verkehrsgeschichte dieser Strecke wachzuhalten. Die VER setzte für das Jubiläum historische Busse ein, die von 1963 an die Straßenbahn ersetzten. Ein Blickfang war der 50 Jahre alte Triebwagen 337 auf dem Marktplatz, der auf der Linie 11 unterwegs war. Mit einem großen Kran war er am Morgen von einem Tieflader abgesetzt worden, der ihn in Wuppertal beim Bergischen Museumsverein abgeholte hatte. Jörg Rudat vom Wuppertaler Verein hatte Manfred Streppelmann mit nach Breckerfeld gebracht, der den Triebwagen von 1958 bis Ende 1963 fuhr. Er drehte auch den historischen Film über die Fahrt von Haspe nach Breckerfeld, der den Bahnhofs-Besuchern gezeigt wurde. Der Wuppertaler Verein plant, eine weitere Lok anzuschaffen, die einst für den Güterverkehr auf der Strecke eingesetzt wurde: Es laufen Verkaufsverhandlungen mit einer Schweizer Bahngesellschaft über eine "AEG-40t-Lok, Typ Iserlohn". Rudat: "Die Lok läuft noch in der Schweiz." Die Ausstellung über die Historie des Bahnhofs wurde durch Uniformen, Schilder und Bücher abgerundet. Im alten Wartesaal zeigte Dirk Göbel aus Halver per Beamer alte Fotos der Linie 11. 30.09.2007, Westfalenpost, Hagen |
Mit
dem "Buckeligen" nach Haspe![]() Modell und Original vor dem ehemaligen Breckerfelder Bahnhof. Am Wochenende wurde das hundertjährige Bestehen des Gebäudes gefeiert. (WR-Bild: Dietmar Wäsche) Breckerfeld. Hagen über Voerde nach Breckerfeld. Das war die Route der Straßenbahn-Linie 11. Am Wochenende konnte man die Strecke wieder befahren: Historische Busse brachten zum 100-jährigen Bestehen des Breckerfelder Bahnhofsgebäudes die Gäste in die Hansestadt. Von Christoph Rosenthal: Ruhig tuckert der Dieselmotor des Daimler O 317 vor sich hin. Etwas verloren wirkt das elfenbeinfarbige Schätzchen zwischen dem Solitär der Neuen Mitte und der Glasfassade des Sparkassenkarrees. Und doch strahlt der Anderthalbdecker eine gewisse Würde aus, als er um 13.10 Uhr nach über 30 Jahren wieder jene Haltestelle verlässt, die ihm als "Rathaus" in Erinnerung geblieben ist. Sein Enkel, die 511 des VRR, nennt diesen Platz nun "Stadtmitte". "Ich bin früher als Kind mit diesem Bus gefahren", erzählt Thomas Große. Er ist wie gut zwei Dutzend andere Fahrgäste von Anfang an dabei. "Ich erinnere mich an diese Reisegeräusche: Wenn der bremst oder die Türen aufmacht." Sein Freund Martin Kluger und er fühlen sich gleich in eine andere Zeit versetzt; eine Zeit, in der der Fahrgastraum nicht von Neonlicht durchflutet, sondern von organisch geformten Leuchtern warm ausgestrahlt wurde. Wie Kinder bitten sie die anderen Fahrgäste, für sie "drücken" zu dürfen, um das Versprechen "Wagen hält" rot aufleuchten zu lassen: "Wir möchten das mal fotografieren!" Pünktlich um 13.31 Uhr erreicht "die 11" den Hüttenplatz. Hasperin Doris Dey traut ihren Augen kaum, als sie sieht, welcher Bus sie befördern soll. "Ein bisschen Nostalgie", sagt Dey beim Vorzeigen ihrer Fahrkarte. "Das ist mal was Anderes." Fahrer Gerhard Gurdian, der im wahren Leben in der Leitstelle der Essener Verkehrsbetriebe arbeitet, dreht wieder am großen Lenkrad des ehrwürdigen Benz. "Rucksackbus haben wir immer dazu gesagt", erinnert sich Doris Dey. "Oder der Buckelige", wegen seiner charakteristischen Form. "Die Straßenbahn fuhr am Schützenhof abseits der Straße auf einer eigenen Trasse." Darum war "die 11" eine der landschaftlich schönsten Linien Deutschlands. Die historischen Busse wurden aus Essen und Düsseldorf geliehen. Um die verbliebenen Hagener Straßenbahnwaggons zu sehen, musste Große sonst nach Wuppertal-Kohlfurth fahren. Nicht jedoch an diesem Wochenende: Wagen 337, "Linie 11 - Hagen-Markt," wurde zum Jubiläum auf den Bahnhofsvorplatz Breckerfeld gebracht. Um 14.04 Uhr, nach fast einer Stunde Fahrt, ist das Ziel erreicht: Das Ensemble des genau 50 Jahre alten Triebwagens und des etwa 30 Jahre alten Busses vor dem 100 Jahre alten Bahnhof lässt die Herzen der Nostalgiker und Fotografen gleichermaßen höher schlagen. Alte Linie befahren HINTERGRUND
30.09.2007, Westfälische Rundschau, Hagen |
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Mai 2007 |
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![]() 10.5.2007, Stadtanzeiger, Solingen |
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